„Unfair für Betroffene, kurzsichtig für Lehrerversorgung“

Veröffentlicht am 17.06.2019 in Pressemitteilungen

Bis auf Bayern und Baden-Württemberg bezahlen mittlerweile sämtliche Bundesländer ihre befristet beschäftigten Lehrkräfte auch über die Sommerferien. Für den SPD-Landtagsabgeordneten Rainer Stickelberger ist dieser Zustand nicht mehr zu rechtfertigen. “Angesichts des Lehrermangels trifft es unsere Region mit attraktiven Arbeitsplätzen in der Schweiz besonderes, wenn das Land diese schlechte Tradition jetzt nicht endlich beendet“.

Vertretungslehrer werden in Baden-Württemberg über die Sommerferien nicht weiterbeschäftigt und damit auch nicht bezahlt. Eine Regelung, die die Betroffenen in eine prekäre Situation bringt. „Schließlich müssen sie auch während der Sommerferien ihre Familien ernähren und Rechnungen begleichen“, so Stickelberger. Neben der finanziellen Belastung sei dies auch ein Zeichen mangelnder Wertschätzung und überdies kurzsichtig für die Lehrerversorgung. „Baden-Württemberg kann sich das eigentlich nicht leisten. Denn wenn wir guten Nachwuchs finden und bewährte Kräfte binden wollen, muss Schule ein attraktiver Arbeitsplatz sein und eine Perspektive bieten“.

Stickelberger stellt sich damit auf die Seite der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), die unter dem Motto „Damit es für Meer reicht“ für die Bezahlung der befristet beschäftigten Lehrkräfte auch in den Sommerferien eintritt. Bei den regelmäßigen Treffen zwischen Stickelberger und der GEW kam das Thema immer wieder zur Sprache. „Es ist eine Frage der Gerechtigkeit und darum brennt es auch den eigentlich nicht betroffenen Kollegen unter den Nägeln“ ist der Landtagsabgeordnete überzeugt.

Im Rahmen der letzten Haushaltsverhandlungen hatte die SPD-Landtagsfraktion daher erneut beantragt, diesen Missstand zu beenden. „Die Grün-Schwarze Landesregierung hat sich hier aber unnachgiebig gezeigt, obwohl es gute Konzepte aus anderen Bundesländern gibt und im Gegensatz zur letzten Legislatur genug Geld da wäre“, betont der SPD-Abgeordnete. Das Land solle nun dem Vorbild nahezu aller anderen Bundesländer folgen und mit dieser schlechten Tradition brechen. „Lehrkräften, die eine Weiterbeschäftigung im neuen Schuljahr vorweisen können, darf über die Ferien nicht der Geldhahn abgedreht werden“, fordert Stickelberger erneut. „Die Gruppe der Betroffenen ist überschaubar, das Problem lösbar und das Signal wäre einfach wichtig!“

 
 

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