Wald im Klimawandel

Veröffentlicht am 20.08.2020 in Pressemitteilungen

Die Klimaschäden im Wald sind massiv – davon überzeugte sich der SPD-Landtagsabgeordnete Rainer Stickelberger bei einer Waldbegehung in Märkt mit dem Leiter des Forstbezirks Kandern, Bernhard Schirmer, und dem Leiter des Forstreviers Lörrach–Weil am Rhein, Berthold Köpfer. Wichtigste Botschaft der Praktiker an die Politik:  Der Waldumbau ist eine Langfristaufgabe. Die Forstverwaltung benötigt dafür ausreichend Personal, um die Waldschäden aufzuarbeiten und den nötigen Waldumbau aktiv zu gestalten.

Mit von der Partie waren auch die Weiler SPD-Stadträte Matthias Dirrigl und Johannes Foege sowie die Eimeldinger Gemeinderätin Birgit Pohl. Ihr Rundgang führte sie von der Kiesgrube Märkt, über die ehemalige Hupfergrube, zum Stauwehr und abschließend zur Rekultivierungsfläche bei Eimeldingen. Hier sind auf schwierigem Boden 1.600 Robinien und 1.600 der aus dem Mittelmeerraum stammenden Flaumeichen gesetzt wurden, um Erfahrungen für den Waldumbau zu sammeln.

Schirmer verdeutlichte anhand von Grafiken und Statistiken die extreme Entwicklung: die Temperaturen steigen, Niederschläge bleiben aus, der Boden trocknet tiefgründig aus, Borkenkäfer vermehren sich exponentiell und setzen dem Wald zusammen mit Stürmen weiter zu. Von den Trockenschäden sind eine Vielzahl von Baumarten betroffen. Der Landkreis Lörrach ist einer der Schadensschwerpunkte der klimabedingten Waldschäden im Land.

In Folge ist der Holzmarkt mehr oder weniger zusammengebrochen, während gleichzeitig Investition zur Wiederaufforstung nötig sind und private wie öffentliche Waldbesitzer weiter ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkommen müssen. Der Wald ist von Tafelsilber zum Zuschussbetrieb mutiert. „Waldreiche Kommunen im ländlichen Raum können sich den Wald nicht mehr leisten“, ergänzte Stickelberger.

Umso dramatischer sind die negativen Folgen für weitere Funktionen des Waldes: auf Natur- und Artenschutz, Erholungsfunktion und Klimaschutz. Letzterer ergibt sich nicht nur direkt für die umliegenden Ortschaften, sondern vor allem aus seiner CO2-Bindung. „Holznutzung bei beim Haus- und Möbelbau ist daher praktizierter Klimaschutz“, betonte Schirmer.

Der Erhalt des Waldes mit all seinen Funktionen und damit auch der Waldumbau ist daher die vordringliche Aufgabe. Die Anpflanzung nicht-heimischer Arten wird im Landtag jedoch kontrovers und, so Stickelberger, „im Grunde ideologisch“ geführt.  Die Förster sahen das pragmatisch: „Es geht nicht um ein Entweder-Oder, sondern um ein Sowohl-Als-Auch“. Der Wald werde sich regenerieren und auch künftig zum Großteil aus heimischen Hölzern bestehen; ergänzend brauche man aber auch weitere Baumarten, die trockenheits- und hitzeverträglicher sind, um den Wald breit aufzustellen und somit Risiken zu streuen.

„Was können wir als Gemeinderäte für den Walderhalt tun?“ wollte Dirrigl wissen. „In Weil am Rhein“, so Schirmer, „stehen schon immer die nicht-finanziellen Funktionen wie Erholung und die Verkehrssicherheit im Vordergrund, das reine Wirtschaftsergebnis ist zweitrangig. Auch hier braucht es Investitionen in den Waldumbau“. Mehr Baumpflanzungen gerade auch an Radwegen forderte Pohl. Und Foege stellte die Frage, ob nicht Maisfelder wieder bewaldet werden sollten. Deutlich wurde, dass es für die neuen Herausforderungen durch den Klimawandel vor allem mehr Geld und mehr Personal braucht. „Wir müssen uns den Wald mehr kosten lassen“, resümierte Stickelberger.

 
 

Suchen

Vor Ort

Alle Termine öffnen.

21.10.2020, 14:00 Uhr Innenausschuss

22.10.2020, 14:00 Uhr Finanzausschuss

27.10.2020, 10:30 Uhr Gespräch mit Landrätin Dammann

Alle Termine

Newsletter

Sie wollen immer informiert bleiben über Rainer Stickelbergers Arbeit in unserer Region und im Stuttgarter Landtag? Einfach den Newsletter abonieren und nichts mehr verpassen. Mit einer kurzen E-Mail an wahlkreisbuero@stickelberger.de werden Sie in den Verteiler aufgenommen und bleiben immer auf dem Laufenden.

Facebook

Mitglied werden