GEW und Rainer Stickelberger beleuchten Zahlen zur Unterrichtsversorgung im Kreis

Veröffentlicht am 13.04.2018 in Pressemitteilungen

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Kreis Lörrach traf sich mit Rainer Stickelberger zum Abgeordnetengespräch. Dabei ging es vor allem um eine Landtagsanfrage Stickelbergers zur Unterrichtsversorgung im Kreis Lörrach.

Rainer Stickelberger wollte es genauer wissen, was es mit dem Lehrkräftemangel und der Unterrichtsversorgung im Kreis auf sich hat und hatte eine entsprechende Anfrage im Landtag gestellt. Nun liegen die Zahlen vor, bedürfen aber nach Meinung der GEW unbedingt der Interpretation. So hat das Land Baden-Württemberg im November vergangen Jahres eine Stichprobenerhebung zum Unterrichtsausfall vorgenommen. Ergebnisse für den Landkreis Lörrach: an Gymnasien und Beruflichen Schulen fielen beispielsweise 5,4 % der Unterrichtsstunden aus, an Grundschulen hingegen nur 1,1 %. Schon ist zu hören, dass an den Grundschulen die Situation also gar nicht so schlimm sei. „Diese Zahlen sind absolut irreführend!“, so Anja Hanke, Kreisvorsitzende der GEW Lörrach. „An Grundschulen fallen so wenig Stunden aus, da aufgrund der verlässlichen Grundschule die Kinder nicht wie an Sekundarschulen in Randstunden nach Hause geschickt werden können. Nahezu jede Stunde wird aufgefangen.“ Vorstandsmitglied Anette Eckstein, selbst Grundschullehrerin, führt aus: „Mit fachlich adäquater Vertretung hat dies jedoch häufig nichts zu tun. Vielmehr ist die Situation häufig so, dass eine Lehrkraft zwei Klassen parallel betreuen muss und zwischen zwei Klassenzimmern hin- und herpendelt. Oder aber die Kinder einer Klasse werden aus der Not heraus in kleinen Gruppen auf andere Klassen aufgeteilt. Das ist dann Beaufsichtigung, aber kein vernünftiger Unterricht.“ Bernhard Wehrle, im GEW-Vorstand für Gesundheitsfragen zuständig, führt die damit verbundene hohe Belastung der Lehrkräfte an. Weiter gibt er zu bedenken: „Um wirklich stichhaltige Daten zu bekommen, müsste abgefragt werden, wie viele Stunden nicht als reguläre Unterrichtsstunden gehalten werden können. Außerdem muss die Umfrage zu einem späteren Zeitpunkt im Schuljahr durchgeführt werden, wenn längerfristige Krankheitsausfälle stärker zu Buche schlagen.“ Über die Zahlen zum Unterrichtsausfall hinaus bildeten die Angaben der Landesregierung zur Unterrichtsversorgung im Kreis den zweiten Schwerpunkt des Gespräches. So ist ersichtlich, dass die Unterrichtsversorgung im Kreis Lörrach in den vergangenen drei Jahren an Grund- und Werkrealschulen von 101,7% auf 97,4% gesunken ist. Im Realschulbereich sank die Versorgung von 103,4 % auf 2 100,4%. „Wenn man bedenkt, dass es mindestens eine Versorgung von 106% bräuchte, um auch nur den Pflichtunterricht zu gewährleisten, wird klar, wie groß der Mangel inzwischen ist. Im Grund- und Werkrealschulbereich klafft somit eine Versorgungslücke von ca. 10%.“, so Hanke. Auch aus Sicht Stickelbergers belegen die Zahlen des Ministeriums, dass "die Unterrichtsversorgung im Kreis nicht auskömmlich ist“. Er fordert daher eine Aufstockung der Krankheitsreserve und eine höheren Versorgungsgrad. Stickelberger und die GEW Kreis Lörrach waren sich einig, dass das Land nun schnell ein Maßnahmenpaket vorlegen muss, um den Lehrerberuf wieder attraktiver zu machen. Insbesondere im Grundschulbereich ist der Markt leergefegt. Hier muss das Land Geld in die Hand nehmen und beispielsweise für eine bessere Bezahlung sorgen.

 
 

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