„Land muss schnell nachbessern statt Verantwortung abzuschieben“

Veröffentlicht am 14.01.2021 in Pressemitteilungen

Der holprige Impfstart im Land schlägt auch im Kreis auf. „Wir erhalten zahlreiche Anfragen vor allem von über 80-Jährigen, aber auch von Leitern von Betreutem Wohnen. Die Verunsicherung ist riesig, viele fühlen sich allein gelassen“, so der SPD-Landtagsabgeordnete Rainer Stickelberger sowie SPD-Kreisrat und Landtagskandidat Jonas Hoffmann. Stickelberger stellt daher gemeinsam mit seiner Fraktion konkrete Forderungen an die grün-schwarze Landesregierung, „denn das kann man deutlich besser machen – das zeigen andere Bundesländer“.

Stickelberger und die SPD-Fraktion fordern vom Land, dass die Mobilen Impfteams neben den Bewohnerinnen und Bewohnern in Pflegeeinrichtungen gleich auch die Impfung für Personen in Betreuten Seniorenwohnanlagen und in Tagespflegeeinrichtungen übernehmen sollen. Zudem sollen dabei möglichst auch die unter 80-Jährigen sowie weitere Nutzerinnen und Nutzer der Pflegeeinrichtung wie Mittagstisch oder ambulanter Pflegedienst geimpft werden.

Aufgeschlagen im Wahlkreis ist auch das Problem, dass etliche der über 80-Jährigen nicht mehr mobil genug sind, um die Impfzentren selbständig zu erreichen. „Diese Menschen brauchen Unterstützung – nicht jeder hat Angehörige oder Bekannte vor Ort“, betont Stickelberger. „Wenn in Berlin dafür schon kostenlose Taxidienste organsiert sind, dann sollte auch unsere Landesregierung eine Vereinbarung mit Hilfs- und Krankentransportdiensten treffen.“

Das größte Problem auch im Kreis ist offenbar die Anmeldung zur Impfung. „Viele, die sich bei uns melden, sind schlicht überfordert und häufig auch nicht ausreichend informiert“, so Hoffmann und Stickelberger. „Über 80-Jährige haben oft keinen Zugang zum Internet, kein Smartphone oder sie sind den Umgang nicht gewöhnt. Ich verstehe, dass sich da viele allein gelassen fühlen“, betont Hoffmann. Entscheidend sei daher zunächst eine klare Information, damit Impfprioritäten, Anmeldung und Ablauf möglichst für alle verständlich werden und keine Demotivation entsteht. Grundsätzlich stehen beide Sozialdemokraten zwar hinter dem Anmeldeweg über Internetportal und Telefonhotline. „Allerdings muss die Hotline auch so besetzt sein, dass kein Frust in überlangen Warteschleifen entsteht“, fordert Hoffmann. Vor allem aber bräuchten die Betroffenen Unterstützung bei der Anmeldung, wenn ihnen Angehörigen nicht zur Seite stehen können.

Begrüßt wird von Hoffmann wie Stickelberger daher die Initiative von Landrätin Dammann für ein Informationsschreiben zur Impfanmeldung. „Ich freue mich, dass meine Idee aufgegriffen wurde“, so Hoffmann. „Allerdings wird hier eine Aufgabe an die Kommunen abgeschoben, die eigentlich das Land übernehmen sollte“, kritisieren die beiden Sozialdemokraten. „Es ist beschämend, dass das in Baden-Württemberg jeder Kreis bzw. jede Gemeinde für sich lösen soll, während diese Aufgabe in den Stadtstaaten, in NRW, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern das Land übernimmt“.

Umso mehr freuen sich Stickelberger und Hoffman, dass in etlichen Gemeinden im Wahlkreis sogar schon Unterstützungsstrukturen für die der Impfanmeldung aufgebaut sind oder über konkrete Hilfsangebote nachgedacht wird. „Wir können uns nur bei denen bedanken, die hier in Ehrenamt und den Verwaltungen schon aktiv sind“.

Hoffmann und Stickelberger können sich zudem vorstellen, dass mittelfristig auch in den einzelnen Gemeinden direkt vor Ort Impfungen durch mobile Impfteams vergleichbar zu Blutspendeterminen angeboten werden. Voraussetzungen dafür wären allerdings, dass die Gemeinden das organisieren wollen und dass es ausreichend Personal und Impfstoff gibt.

 
 

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