Stickelberger bei Bürgermeister Harscher Was tun gegen den Hausarztmangel?

Veröffentlicht am 08.08.2019 in Pressemitteilungen

Rund 5000 Menschen werden Ende des Jahres in Schopfheim und Umgebung ohne Hausarzt dastehen. Der „Brandbrief“ der Schopfheimer Ärzte hat die bekannte Notsituation nochmals verdeutlicht. Bürgermeister Harscher will alle Möglichkeiten der Stadt ausloten und suchte so auch das Gespräch mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Rainer Stickelberger.

Gemeinsam mit Fraktionschef Artur Cremans wurden alle Optionen der Stadt diskutiert. Harscher hielt fest, dass Kommunen, die bereits den ersten Schritt gemacht hätten, indem sie Gebäude gekauft und ein Konzept entwickelt hätten, heute erfolgreich dastünden. Auch Cremans betont: „Mit Speck fängt man Mäuse“ und sprach sich für ein aktive Rolle der Stadt aus. Mit konkreten Vorschlägen für mögliche Grundstücke und Gebäude zur Ansiedlung eines Ärztehauses oder einer Gemeinschaftspraxis und der Benennung konkreter Ansprechpartner, die möglicherweise bei der Suche nach Hausärzten behilflich sein könnten, ging er einen Schritt weiter.

Auch Stickelberger betonte, dass die klassische Hausarztpraxis  mit 24-Stunden-Bereitschaft aussterbe, zumal sich seit 1993 die Teilzeit im Bereich der niedergelassenen Ärzte versechsfacht habe und dieser Trend weiter zu nehme.  „Teilzeit und Festanstellung und somit die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind die Zukunft.“ Gemeinschaftspraxen seien daher ein Zukunftsmodell gerade für eher ländliche Räume.

Harscher will jede Chance nutzen, um Hausärzte nach Schopfheim zu locken. Dazu gehört auch das aktive Werben auf allen Kanälen von der städtischen Homepage bis zu Inseraten in Fachzeitschriften.

Stickelberger betonte zugleich, dass die Situation in Schopfheim derart prekär sei, dass hier auch „eine konkrete Unterstützung des Landes gefordert ist. Das kann die Kommune nicht alleine stemmen.“ Der Hinweis seines Kollegen Josef Frey (Grüne) auf das Förderprogramm "Landärzte" sei leider wenig hilfreich, denn das greife in Schopfheim gar nicht, weil die Markgrafenstadt dafür schon zu groß sei. Bedauert wird von Stickelberger auch, dass der zuständige Sozialminister Lucha (Grüne) auf sein Schreiben immer noch nicht reagiert habe. „Bei Brandbriefen und Hilferufen erwarte ich, dass die Antwort zumindest in der rechtlich festgelegten Drei-Wochen-Frist erfolgt“.

 
 

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