Wald im Klimawandel

Veröffentlicht am 12.08.2020 in Pressemitteilungen

Die Klimaschäden im Wald sind massiv – davon überzeugte sich SPD-Landtagsabgeordnete Rainer Stickelberger bei einer Wandbegehung in Märkt mit dem Leiter des Forstbezirks Kandern, Bernhard Schirmer, und dem Leiter Forstrevier Lörrach–Weil am Rhein, Berthold Köpfer. Wichtigste Botschaft der Praktiker an die Politik:  Die Forstverwaltung benötigt mehr Personal, um die Waldschäden aufzuarbeiten und den nötigen Waldumbau aktiv zu gestalten.

Mit von der Partie waren auch die Weiler SPD-Stadträte Matthias Dirrigl und Johannes Foege sowie die Eimeldinger Gemeinderätin Birgitt Pohl. Ihr Rundgang führte sie von der Kiesgrube Märkt, über die ehemalige Hupfergrube, zum Stauwehr und abschließend zur Rekultivierungsfläche bei Eimeldingen. Hier wurden auf schwierigem Boden 3000 Robinien und 4000 der aus dem Mittelmeerraum stammenden Flaumeichen gesetzt wurden, um Erfahrungen für den Waldumbau zu sammeln.

Schirmer verdeutlichte anhand von Grafiken und Statistiken die extreme Entwicklung: die Temperaturen steigen, Niederschläge bleiben aus, der Boden trocknet tiefgründig aus, Borkenkäfer vermehren sich exponentiell und setzen dem Wald zusammen mit Stürmen weiter zu. Der Landkreis Lörrach ist einer der Schadensschwerpunkte der klimabedingten Waldschäden im Land.

In Folge ist der Holzmarkt mehr oder weniger zusammengebrochen, während gleichzeitig Investition zur Wiederaufforstung nötig sind und private wie öffentliche Waldbesitzer weiter ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkommen müssen. Der Wald ist von Tafelsilber zum Zuschussbetrieb mutiert. „Waldreiche Kommunen im ländlichen Raum können sich den Wald nicht mehr leisten“, ergänzte Stickelberger.

Umso dramatischer sind die negativen Folgen für weitere Funktionen des Waldes: Natur- und Artenschutz, Erholungsfunktion und Klimaschutz. Letzterer ergibt sich nicht nur direkt für die umliegenden Ortschaften, sondern vor allem aus seiner CO2-Bindung. „Holznutzung bei Bau oder Möbeln ist daher praktizierter Klimaschutz“, betonte Schirmer.

Walderhalt und damit auch Waldumbau stehen daher außer Frage. Die Anpflanzung nicht-heimischer Arten wird im Landtag jedoch kontrovers und, so Stickelberger, „im Grunde ideologisch“ geführt.  Die Förster sahen das pragmatisch: „Es geht nicht um ein Entweder-Oder, sondern um ein Sowohl-Als-Auch“. Der Wald werde sich regenerieren und auch künftig zum Großteil aus heimischen Hölzern bestehen; ergänzend brauche man aber auch fremdländischen Arten, die trockenheits- und hitzeverträglicher sind, um den Wald breit aufzustellen und somit Risiken zu minimieren.

„Was können wir als Gemeinderäte für den Walderhalt tun?“ wollte Dirrigl wissen. „In Weil“, so Schirmer, „muss der Wald dankenswerterweise nichts einbringen. Aber es braucht auch Investitionen in den Waldumbau“. Mehr Baumpflanzungen gerade auch an Radwegen forderte Pohl. Und Foege stellte die Frage, ob nicht Maisfeldern wieder bewaldet werden sollten. Deutlich wurde, dass es für die neuen Herausforderungen durch den Klimawandel vor allem mehr Geld und mehr Personal braucht. „Wir müssen uns den Wald mehr kosten lassen“, resümierte Stickelberger.

 
 

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