Wasserversorgung, Bauen im ländlichen Raum, ÖPNV – die großen Themen in der Berggemeinde

Veröffentlicht am 15.08.2019 in Pressemitteilungen

Die gesicherte Trink- und Löschwasserversorgung ist eines der großen Themen, denen sich die Gemeinde in den nächsten Jahren verstärkt widmen will. Auch die Themen Bauen, Wald und die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr diskutierten Bürgermeister Mario Singer, sein Stellvertreter Manfred Wetzel, Gemeinderat Karl-Heinz Beyerle sowie Mathis Wehrlin und Helga Althauser vom SPD-Ortsverein mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Rainer Stickelberger.

 „Ohne unser Verbundsystem wären wir schon am Ende“, verdeutlicht Wassermeister Bernd Wehrle den Ernst der Situation. Von den über 60 Quellen im Gemeindegebiet sind 38 erschlossen und durch ein zumeist natürliches Gefälle miteinander verbunden. Drehscheibe der Wasserversorgung sind die Hochbehälter. Auch Steinen hat Nutzungsrechte; die Kanderquelle wird von den Kliniken genutzt, Schliengen und Bad Bellingen werden zudem beliefert.

Seit dem heißen Sommer 2003 mit langer Trockenheit ist jedoch ein deutlicher Rückgang der Quellschüttungen zu erkennen. Die verfügbaren Wassermengen sind bedingt durch ein Drittel weniger Niederschlag im Jahre 2018 im Vergleich zu Vorjahreszahlen erheblich zurückgegangen. Die Versorgung sei, so Singer, derzeit gesichert und noch nicht akut gefährdet. Geplant ist neue Quellen in das System einzubinden, was aber, „eine große finanzielle Belastung bedeutet“. Zudem, so fürchtet Wehrlin, “werden wir auch damit irgendwann an Grenzen stoßen“. Der Klimawandel, so Stickelberger, „hat uns eingeholt - auch in der intakten Natur des Oberen Kandertals“. Das gilt auch für den Wald, dem die lange Trockenheit ebenfalls deutlich anzusehen ist. Schon jetzt mache man „ein „Null-Geschäft“ (Wehrlin), mittelfristig rechnet er gar mit einem Minus. 

Ein weiteres Problem sind Bauplätze für einheimische Familien und Gewerbeflächen. “Stillstand bedeutet hier Rückschritt, der Orts stirbt aus“, verdeutlichte Singer. Obwohl 98% der Gemeindefläche nicht bebaut sei, würde alles dem Landschaftsschutzgebiet untergeordnet, Baugenehmigungen sind kaum zu erhalten. „Eine Käseglocke über Malsburg-Marzell“ will auch Stickelberger nicht. Er bat den Bürgermeister, ihn bei aktuellen Problemen mit dem Flächennutzungsplan einzuschalten.

„Beim Nahverkehr sind wir Entwicklungsland“, kritisierte Althauser. Der letzte Bus von Kandern fahre um 19 Uhr; die Ortschaften seien gar nicht angebunden. Wegen der Ausrichtung der Gemeinde nach Müllheim müsse auch diese Verbindung angepasst und verstärkt werden. Wichtig sei es, so war man sich einig, zunächst die Kandertalbahn zu reaktivieren und dann zumindest bis Malsburg Busse in regelmäßigen Taktungen anzusteuern. Zudem müssten sich die Landkreise Lörrach und Breigau-Hochschwarzwald besser im Beriech des ÖPNV absprechen.

Mit einem historischen Exkurs in die Geschichte des Bergdorfes rundete Ortschronist Karl-Heinz Beyerle den Besuch ab.

 
 

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